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Volume 01

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Von Mauern und Menschen

Digitalisierung als Problem des Corporate Designs

In die Kommunikationslandschaft ist in den letzten Jahren Bewegung geraten. Der Siegeszug des Internet hat Prozesse angestoßen, die unsere gewohnten Perspektiven auf Kommunikation durchbrechen. Kern der Veränderung ist die Verschmelzung von Massen- und Individualmedien sowie ein sich wandelndes Rezeptionsverhalten der Menschen. Ins Bewusstsein gerückt wurde dieser schon länger schwelende Prozess durch den Hype um "Web 2.0" und "Social Software".

Dass hier etwas Neues im Gange ist, hat sich inzwischen herumgesprochen und lässt seit einiger Zeit auch die professionellen Kommunikateure aufhorchen. Im Feld der visuellen Kommunikation dagegen ist es bisher erstaunlich ruhig geblieben. Dieser Text versucht den Zusammenhang von Digitalisierung, Corporate Communication und Design herzustellen und möchte zu einer Auseinandersetzung darüber einladen, was die neuen Phänomene in der Kommunikationslandschaft für die Protagonisten des Corporate Designs bedeuten. Verlangt Web 2.0 nach Design 2.0?

Thesen

  1. Es ändert sich nichts: Design muss die visuelle Differenzierung von Unternehmen gewährleisten. Web 2.0 ist eher als Herausforderung zu verstehen, die kreative und konzeptionelle Qualität des Designs hochzuhalten und weiterzuentwickeln.
  2. Das Design muss sich bewegen, d.h. konkret: sich konzeptionell auf die neue Aktivität der User einstellen. Zukünftig wird weniger der visuelle Transfer von Werten und Botschaften im Zentrum der Designanforderungen stehen als vielmehr die Aufgabe, Handlungsoptionen in virtuellen Räumen zu gestalten.
  3. Es entsteht eine grundlegend neue Konstellation für das Design. Web 2.0 steht für eine Kultur der Inhalte und Werkzeuge, die den Wert der visuellen Infrastruktur relativiert. Das Design muss sich stärker in seiner Rolle hinterfragen und zurücknehmen als bisher.
Kommentieren Sie unsere These

001

Arno Dietsche

20.09.2007 / 12:56

Es stimmt, dass zuviel Design und Kommunikation uns den Tag stehlen, wenn Botschaft und Spass fehlen.
Meine Botschaft: Ich würde ganz gerne für Euch arbeiten. Wollen wir uns mal treffen? Ich kann alles ausser Websiten programmieren. Beweis: www.arnodietsche.de

002

Ralf

20.09.2007 / 21:09

gerne. wann, wo willst du uns besuchen?

003

Arno

26.09.2007 / 12:39

Hallo Ralf,
ich komme gerne mal nach Freiburg. 01.10. oder 02.10. wäre gut. Sonst mach einfach einen Vorschlag für einen der folgenden Tage. Schöne Grüße, Arno

004

Kirsten

28.09.2007 / 11:52

Hallo Arno,

am 02.10., 17.30 Uhr - passt Dir das?

Viele Grüße

Kirsten

005

Arno

28.09.2007 / 14:33

Perfekt!

006

michael buckler

24.10.2007 / 16:33

design soll sich erst bewegen, wenn sich das zu designende bewegt . . .

. . .the medium isn\\\'t the message ! (marshal mc.luhan).

information wird erstmals in kulturgeschichte entmaterialisiert.

zeitenwende guttenberg\\\'scher qualität.

das konsequent zu explorieren, wäre meine aufgabe, wäre ich jung.

so mache ich jetzt, wovon ich als junger schon parallelträumte: kunst. analog. wo sinnvoll: computergestützt, ja natürlich.

www.art-meets-science.com

007

Darko

06.11.2007 / 17:58

Wie Jan Tschichold schon vor fast 100 Jahren sagte: ...die Erscheinungsformen aus den Funktionen des Inhaltes zu entwickeln ...

Doch viel geiler fände ich es Kommunikation mit meinen Händen fühlen zu können - welch ein Mehrwert, welch eine Erinnerung.

Grüße an Kirsten, Ralf und den Rest der Bande
darko

008

Claudia Röhm

16.11.2007 / 08:47

Schon die klassischen und zugleich modernen Schriftsteller wie z.B. Hölderlin haben ihre Manuskripte mit einer Fülle von Randnotizen, Änderungen, Fragmenten hinterlassen. Diese wurden jedoch in den gedruckten Büchern meist ausgespart. Dabei sind gerade diese Fragmente, Notizen und Variationen das spannende und moderne Element.
Ich als Leser kann entsprechend meiner eigenen Neigung und intellektuellen Möglichkeit das Gesamtbild und die Information zusammenfügen.

So interessant kann auch multimediales Design sein. Es setzt den Mut voraus den User die Blick-und Leserichtung selbst bestimmen zu lassen.

Bezugnehmend zur Überschrift \\\"Von Mauern und Menschen\\\" erachte ich es als grossen Fortschritt wenn z.B. im Webdesign mehr und mehr das Design für Sehbehinderte berücksichtigt wird. bzw. dass diese Menschen generell auch die Möglichkeit haben sich die Elemente die sie interessieren heranzuzoomen und die Möglichkeit zur Variation der Schriftgrösse evtl sogar Schriftart haben.

Danke für Ihre Thesen und die Anregung zum Nachdenken.

Alles Gute für Sie!

Claudia Röhm

009

Matthias Kurrus

26.11.2007 / 09:23

Es wird vermutlich eine neue Dimension der Darstellung erforderlich sein um die \\\"neue Bewegung\\\" umzusetzen. Bisher bewegen wir uns auf dem Bildschirm doch nur von links nach rechts und von oben nach unten. Und denken dabei die vorgegebenen Strukturen und Inhalte lediglich nach. Völlig unberücksichtigt bleiben die eigenen Gedanken während der Betrachtung.

Schauen wir uns die neuesten Betriebssysteme an (ich arbeite mit apple...), entdeckt man sofort die Transparenz als Stilmittel und damit eine Möglichkeit Inhalte aufzuzeigen die sich hinter etwas verbergen - man geht also in die optische Tiefe, die dritte Dimension.

Seiten mit dieser Technik könnten sich innerhalb ihrer strukturellen Möglichkeit einer tieferen und größeren Ebene öffnen. Entweder hinterlege ich etwas,oder die Technik bietet die Möglichkeit quasi jeden Begriff im Hintergrund zu googeln.

Wir bewegen uns infolge dessen nicht mehr von Seite zu Seite, sondern von einer \\\"in\\\" die nächste - und zwar thematisch genau so wie wir es als Betrachter gerade denken. Ich freue mich auf die erste Website die diese Kriterien erfüllt. Sie wäre dann wirklich \\\"virtual\\\"!

010

Uwe Grunewald

16.12.2007 / 13:36

Nach dem Lesen der sehr interessanten Lektüre habe ich für mich eine Bestätigung dafür gefunden, dass das Design Paradigma \\\"Form follows Function\\\" künftig wohl noch mehr an Bedeutung gewinnen wird.

Vielen Dank an die Autorin.

011

Dominik

01.03.2008 / 00:55

Zunächst: Ich bin begeistert, dass es eine Firma wie eure gibt. Eine Firma, die an der Kommunikation über Kommunikation nicht nur teilnimmt, sondern teilnehmen lässt.

Zu den Thesen - Der Cluetrain verrät doch schon vieles: Märkte bestehen aus Menschen, Menschen kommunizieren.

Wenn Design -vor dem Siegeszug des Internet- im weitesten Sinn kommunizierte mit den Menschen, die es sehen/benutzen/erfahren, so muss es sich jetzt immer darauf einstellen, dass der Nutzer auch eine Antwort geben kann. Oder mehr noch: Eine Antwort geben will. Design, das nicht berücksichtigt dass im Zeitalter des Internets Kommunikation nicht nur in eine Richtung geht, sondern auch zum Dialog werden kann (oft Dialog ist), hat die Bedeutung des Internets nicht erfasst.

Den Dialog würde ich gerne mit euch weiterführen, um eure Vorstellungen, eure Arbeitsweise und natürlich euch kennenzulernen - wie ich sehe, teilt ihr meine Leidenschaft für das Internet.

012

Andreas

31.03.2008 / 20:25

Ich habe die starke Vermutung, dass die drastische Veränderung der Kommunikationslandschaft in den Dimensionen Demokratisierung, Verfügbarkeit und Medieninflation keine Auswirkungen auf Aufgabenstellung und die formalen und funktionalen Qualitäten eines Corporate Design haben.

Denn die Grundtugenden eines guten Corporate Design: Wiederkennbarkeit und Vorraussetzungen für effiziente Implementiernug schaffen, werden in einer hyperinflationären Medienwelt noch wichtiger.

In einer Zeit in dem jeder zu allem was zu sagen hat und dies digital auch tut, wird die klare Markierung des Absenders zum Gütesiegel, welches Orientierung im Information-Overload schafft.

Die Alternative hierzu bieten heute die neutrale Orientierungsinstanzen im Web: Der Google Page Rank. Die Trefferliste bleibt aber eine nicht nachvollziehbare, tendenziell trostlose Aggregation von Inhalten die eigens für das Erscheinen in dieser Liste erstellt werden. Und weil die Maschine dumm bleibt, sehen die Inhalte mehr oder minder immer gleich aus. Sie schaffen keine wahrnehmbare Differenz. Vermutlich werden mitlerweile mehr Inhalte für Google als für die Leser erstellt.

Und hier kann Corporate Design auch weiterhin wirken: Dem Inhalt eine wiedererkennbare Form geben, den Absender markieren und die Basis für eine Renaissance der Qualität schaffen.

Corporate Design hat hierfür das Potential. Denn gut gemacht ist es nicht nur Regel, sondern auch eine Verpflichtung zur adäquaten formalen und inhaltlichen Qualität. Es bleibt also alles beim Alten. Nur der Wettbewerb um die Aufmerksamkeit ist härter geworden und wird mit neuen Waffen ausgetragen.

013

Coletta

22.05.2009 / 09:56

Bei Design bestimmt die Form den Inhalt oder bestimmt der Inhalt die Form? Ich denke das gutes Design sich intelligent, flexibel und spielerisch an sein Medium und an den User richtet. Design bedeutet schlicht Formgebung. Das Web 2.0 ist eine Herausvorderung und keine Einschüchterung. PS. ich warte noch auf eine Rückmeldung, Kirsten:) Ich hoffe von dir zu hören. Ich bin in München und würde gerne mal vorbeikommen.

014

Michael

19.05.2010 / 11:24

Coletta: So ist es! \"... gutes Design sich intelligent, flexibel und spielerisch an sein Medium und an den User richtet ...\"

015

Michael G.

09.07.2010 / 13:11

Für mich haben alle 3 Thesen ihre Daseinsberechtigung. Aber am engsten identifiziere ich mich mit den zwei letzteren Thesen. Denn ich verstehe unter Web 2.0, dass dem Homepagebesucher eine sich selbst erklärende Interaktion mit dem Produkt ermöglicht wird. Design 2.0 würde ich in der Tat losgelöst vom Produkt betrachten. Ein greifbares Beispiel für Design 2.0 wäre für mich die Möglichkeit, nach erfolgtem Login individuelle Hintergründe und Schriftarten zu vergeben und diese Einstellungen abspeichern zu können.

016

Christian

15.01.2011 / 01:02

Dazu gibt es nur 3 Wörter zu sagen:

Form folgt Funktion (Louis Sullivan, 1896)

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