Agenda

Volume 02

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Management by Blogging?

Freie Rede und Führungskommunikation im Web 2.0

Im Zuge des zweiten Dotcom-Hypes rund um das Web 2.0 ist das Phänomen der Weblogs in den Fokus der Aufmerksamkeit digitaler wie analoger Öffentlichkeiten gerückt. Dabei konstatieren wir nicht nur eine exponentielle Vermehrung der Blogs, sondern erleben auch, wie das Bloggen als Aktivität mit einer ganz eigentümlichen Aura behandelt wird. Auch kritische Menschen beginnen hier neue Potenziale für Kommunikation, Marketing und Management zu vermuten. Blogger, Podcaster, Videocaster und andere Akteure im Umfeld der sog. User Generated Media sind die neuen Magiere der digitalen Welt und werden als solche geehrt und befragt.

Die vi Agenda Volume 02 versucht eine theoretische Einordnung des Phänomens und lädt dazu ein, zu den hier aufgeworfenen Fragen in Dialog zu treten. Sind Sie ein Interessent oder Protagonist der Blogosphäre? Wie schätzen Sie die Relevanz der Blogs für das professionelle Umfeld der Unternehmenskommunikation ein - kann es ein "Management by Blogging" geben?

Wir freuen uns auf Ihr Feedback:

001

Uwe Grunewald

01.08.2008 / 11:45

Hallo Frau Parpart, Hallo VI,

ich möchte mich hier zunächst für das hervorragende kleine Büchlein \"Management by Blogging\" bedanken. In meinem regelmäßigen internen Newsletter thematisiere ich gerade die sog. Web 2.0 Themen/Tools und schreibe gerade an einem Artikel über Blogs, der Ende August verteilt wird. Von daher kam das Büchlein gerade zur rechten Zeit. Frau Glück bezieht den Newseltter und kann ihn sicher gern an Sie weiterleiten.

002

Nadja Parpart

06.08.2008 / 07:28

Hallo Herr Grunewald - vielen Dank für Ihre Rückmeldung! Auf den Newsletter bin ich schon sehr gespannt. Viele Grüße, NP

003

Nils Maier

08.02.2009 / 13:53

Wenn man Management by Blogging von dem Aspekt aus sieht, dass sich Unternehmen endlich mehr ihren Stakeholdern gegenüber öffnet und mit ihnen in Dialog tritt, dann stimmt ich der These zu.

004

Heiner Schell

06.03.2009 / 16:20

Wenn man den Management Begriff auf die besonders effiziente Kommunikation mit Mitarbeitern reduziert, kann ein Blog - unter bestimmten Vorraussetzungen - ein adäquates Kommunikations- und Dialoginstrument sein. Der qualitative Unterschied zu tradierter schriftlicher Kommunikation (E-Mail, Rundschreiben, ...) ist marginal.

Trotzdem muß man im \"Web 2.0\" Potentiale vermuten, die die Zusammenarbeit und den Dialog im Unternehmen, mit Kunden und Stakeholdern effizienter und vor allem effektiver gestalten können. Um diese Potentiale zu heben, wird es nicht genügen sich als Manager mit Hilfe eines Blogs zeitgeistig und nahbar zu geben. Vielmehr geht es darum Konzepte zu entwickeln das enorme Wissen einer Organisation sichtbar und verfügbar zu machen. Und das kreative Vermögen aller Stakeholder zielgerichtet einzusetzen.

Im Web 2.0 sehen wir tausende von Beispielen, in denen genau das passiert. Selbstorganisiert entstehen zwischen Softwareentwicklern und Inhaltsproduzenten Wissens- (Wikipedia) und Unterhaltungsplattformen (YouTube) die in ihrem Erfolg beispielslos sind.

Selbstorganisation ist typischerweise nicht die Stärke von Unternehmen. Sie beruhen auf Planung und Kontrolle. Es ist zu vermuten, dass die erfolgreichsten Web 2.0 Angebote nicht so geplant wurden, wie sie heute sind. Sondern sich evolutionär entwickelt haben. Gewonnen haben die Angebote, die sich am schnellsten auf die Bedürfnisse ihrer Kunden angepasst haben.

Diese Unberechenbarkeit konstruktiv einzusetzen, neugierig auf Ergebnisse sein, die man nicht erwartet hat,scheint mir auch eine Grundvorraussetzung für den erfolgreichen Einsatz sozialer Medien im Unternehmen zu sein. Da dies mit Kontrollverlusten einhergeht, wird das den meisten Unternehmen aber recht schwer fallen. Einen Versuch ist es trotzdem wert.....

Verlust von Kontrolle.

005

Christian

25.01.2011 / 12:42

@Heiner Schnell

Ich gebe Ihnen vollkommen Recht, dass Unternehmen versuchen zu planen und zu kontrollieren, aber genauso wie sich Blogs \"evotulionär\" entwickeln, genauso haben sich auch schon Unternehmen weiter entwickelt, ohne das diese Richtung geplant war. (Hier zum Beispiel die kleine blaue Pille genannt, welche heute zu Millionen an Spam-Mails führt). Aber der Erfolg gibt einem Recht.

Aber (teilweise) im Gegensatz zu Unternehmen, beruht der Erfolg von Blogs auf deren Glaubwürdigkeit. Nimmt man dem Blogger nicht ab, dass die dargestellten Inhalte Echt und unverfälscht sind, so wird er mit keinem Thema an kommen.

Gleiches gilt für den bloggenden Firmenchef. Vermutet man einen \"Ghostwriter\" oder \"geplante Firmenstrategie\" dahinter, dann wird die Mühe keinen Erfolg haben.

Eine wichtige Hürde ist zudem die Verknüpfung von wichtigen und interessanten Inhalten. Wichtige Firmeninformationen mit interessanten Themen zu verknüpfen, ist dabei eine Herausforderung. Denn wen interessiert die Pressemitteilung in Blog Form?

Sollte es allerdings geschafft werden, dass der Blog als authentisch und offen wahr genommen wird, dann ist es ein sehr effektives Instrument um \"Firmenpolitik\" transparent dar zu stellen. Auch bei unangenehmen Themen kann so eine höhere Glaubwürdigkeit erzielt werden.

Dennoch bleibt die Frage nach dem Ziel eines Firmenblogs und deren Adressaten.
Im Gegensatz zu meinem Vorredner, sehe ich die Möglichkeiten am ehesten in der internen Kommunikation zu den eigenen Mitarbeitern.
Bei der externen Kommunikation wäre wesentlich mehr Planung und Kreativität notwendig um hier einen Erfolg zu erzielen. Dies würde aber wieder der These des authentischen und offenen Firmenchefs widersprechen.

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