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Produktdaten-Management:Erfolgsfaktor für Marketing und Vertrieb

Absatzwirtschaft 1/2003

Produktdaten liegen oft in den verschiedensten Versionen, Formaten und Medien vor. Medienneutrales Produktdaten-Management führt die heterogenen Daten unternehmensweit zusammen und bildet die Grundlage für die effiziente Produktkommunikation in Marketing, Vertrieb und Service.

Kaum eine Baustelle kommt ohne die Produkte der Sto AG aus. Das Produktportfolio des Unternehmens aus dem Schwarzwald reicht von Farben und Putz über Innenbeschichtungen bis hin zu Systemlösungen in der Fassadendämmung. Sto ist deshalb in hohem Maße auf die Dokumentation und Aufbereitung aller Produktdaten angewiesen. Grund dafür sind zum einen gesetzliche Vorgaben und Zertifizierungsansprüche, zum anderen die hohe Bedeutung von Produktdetails am Bau. Die Projektträger vor Ort legen großen Wert auf detaillierte Lager- Gebrauchs- und Verarbeitungshinweise - Aspekte, die besondere Bedeutung gewinnen, wenn es zum Beispiel gilt, Gebäude sowohl denkmalpflegerisch als auch Energie sparend zu sanieren. Hier verbinden sich die Einzelprodukte in vielen Fällen zu komplexen Systemprodukten. Von einem erfolgreichen Produktdaten-Management profitieren aber nicht nur die Anwender. Auch der firmeneigene Vertrieb ist auf ein solides Produktdaten-Management angewiesen. Die Produktinformationen sichern somit den Qualitätsvorsprung zu den Mitbewerbern.

Grenzen der klassischen Produktkommunikation
Bis vor kurzem war die Erfassung der Produktdaten bei der Sto AG mit großem Aufwand verbunden: Länderspezifische Zulassungen, technische Merkblätter, zertifizierte Produkteigenschaften und Sicherheitshinweise lagen in verschiedenen Medien- und Datenbankformaten vor, Zielmedien mussten aufwändig und systemabhängig aktualisiert werden. Die Folge war eine redundante und oft inkonsistente Datenhaltung. Statische Daten verhinderten zudem ein Cross-Media-Publishing über die verschiedenen Ausgabeformate hinweg - Faktoren, die den Verwaltungsaufwand permanent ansteigen ließen und Markteinführungen verzögerten, während der Vertrieb mit zahlreichen unterschiedlichen Informationen operieren musste. Eine Situation, die der komplexen Produktpalette und den anspruchsvollen Zielgruppen der Sto AG nur noch schwer gerecht wurde und die Investitionsentscheidung für eine nachhaltige und unternehmensweite Lösung begründete.

Integriertes Produktdaten-Management
Die Recherche auf dem Anbietermarkt für E-Business Lösungen führte die Projektverantwortlichen zur Freiburger Virtual Identity AG. Deren modular aufgebautes Product-Information-System ermöglicht den schrittweisen Ausbau des Produktdaten-Managements von der medienneutralen Datenhaltung bis zur integrierten Komplettlösung. Ausschlaggebend für die Projektvergabe war auch das Gesamtkonzept über strategische Planung, technische Umsetzung und organisatorische Integration. Die Implementierung gruppierte sich anschließend um vier Bereiche:

  • Integration bislang getrennter Anwendungsdatenbanken in ein konsistentes Datensystem
  • Umsetzung einer dynamischen und medienneutralen Datenhaltung
  • Definition des Workflows für das Produktdatenmanagement
  • Schaffung multimedialer Publishing-Möglichkeiten

Für jeden Bereich wurden konkrete Nutzenziele definiert. Alle Daten und Prozesse wurden den drei Ebenen Datenlogik, Anwendungslogik und Präsentationslogik zugeordnet. Die Kombination der drei Funktionsebenen mit den vier Lösungsbereichen strukturierte damit die vorhandene Infrastruktur in eine konsistente und klar definierte Software-Architektur. Diese bildet die Grundlage für das skalierbare und modular ausbaufähige Produktinformationssystem. Die Sto AG benutzt drei Software-Module:

  • Data Management mit Datenstrukturierung, ERP-Anbindung, Koordination des Workflows, Rechte- und Benutzerverwaltung, Versionsmanagement, etc.
  • Print&Publish Suite zur Werbemittelplanung und Datenausgabe über definierte Schnittstellen
  • Product-Communication-Suite für digitale Produktkataloge, interaktive, verlinkte Tools und Mehrwert-Applikationen.

Als viertes Modul kann eine E-Commerce Suite zum Beispiel für Extranets, Marktplätze oder Online-Shops integriert werden.

Einsatz von Standardtechnologien
Die technologische Umsetzung der Gesamtlösung erfolgte plattformunabhängig . Web-Basierung und hohe Skalierbarkeit sind weitere Grundlagen. Offene Schnittstellen und Konnektoren sichern die Anbindung an die bestehende IT-Infrastruktur. Warenwirtschaftssysteme, Katalogstandards, Datenbankformate, Workgroups und weitere Drittsysteme sind angebunden. Die Anwendung ist komplett browserbasiert, und so von jedem Web-Anschluss mobil zugänglich. Durch die Verwendung von Standardtechnologien konnten die Anschaffungs- und Unterhaltskosten vergleichsweise niedrig gehalten werden. Bestehende Backend-Systeme, darunter auf IBM DB2/AS400 basierende Applikationen, Lotus-Notes-Anwendungen und SAP R/3 wurden integriert.

Bessere Kundenansprache
Die Einführung des Produktinformationssystems vom Konzept bis zum Launch wurde in elf Monaten umgesetzt. Die gesamte Produktkommunikation wird nun auf Basis des webbasierten Datenmanagements konzipiert und gestaltet. Das Produkt-Know-How sei zum Marktvorteil geworden sagt Rolf Wohllaib, Leiter E-Business bei der Sto AG. "Die einheitlichen, aktuellen und verfügbaren Informationen über Produkte, Systeme und deren optimalen Einsatz sind Grundlage unserer Partnerschaft mit den Profis am Bau."

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