Eine gemeinsame Entwicklungsreise

Susen Kümmel, Ralf Hafner und Diane Schüssele nehmen aktuell am Leadership Programm von Virtual Identity teil. Designerin Susen und Entwickler Ralf sind seit zehn Jahren dabei, Konzepterin Diane seit zwei Jahren. Warum sie dabei sind, wie sich das Programm gerade anfühlt – und was es bedeutet, in einem Berghotel eingeschneit zu sein und ein Drehbuch vorzufinden, erzählen sie im Gespräch.

„Eine der aufregendsten Erfahrungen, die ich je hatte.“

Diane Schüssele

Ihr nehmt derzeit ein Jahr lang am Leadership Programm von VI teil, das bereits in der dritten Auflage stattfindet. Warum habt ihr das parallel zu euren Jobs auf euch genommen, wie kamt ihr dazu?

Ralf: Das war ein Prozess. Ich hatte einfach Lust, mich über das Programmieren hinaus einzubringen und auf mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Also habe ich unserer HR-Verantwortlichen eine Mail geschrieben.
Susen: Als die "es geht wieder los"-Mail kam, bin meinem Bauchgefühl gefolgt und habe mich spontan beworben.
Diane: Meine Account-Direktorin kam auf mich zu und hat gefragt. Im Grunde habe ich sofort entschieden, dass ich es versuche. Es hat sich richtig angefühlt.

Zum Auftakt gab es direkt ein dreitägiges Training. Wie gemütlich oder aufregend kann ich mir das vorstellen?

Susen: Es fing wirklich interessant an. Nicht nur, weil wir in einem Berghotel eingeschneit waren. Ohne Gruppenleiter wurde uns nur ein dickes Drehbuch ausgehändigt. Wir dachten zuerst "oh, und jetzt sind wir alleine?" Es gab dann aber doch zwei Berater als Beobachter, die uns immer wieder gecoacht haben.

Erzählt mal, wie die Erfahrung eurer Persönlichkeit mit diesem Drehbuch war! Romanze, Thriller oder Abenteuer?

Susen: Intensiv!
Diane: Für mich war das eine der aufregendsten Erfahrungen, die ich je hatte. Du wirst komplett durcheinander gewirbelt. Weil wir erfahren haben, dass die größte Angst des Menschen in der Begegnung mit dem eigenen Ich liegt. Du steigst quasi in einen Keller und öffnest eine Truhe, die du nicht öffnen wolltest. Und darin liegt eine unfassbare Kraft. Und Schönheit.

Es geht darum, dass wir genau hinschauen, um uns zu entwickeln.

Susen Kümmel

Leadership dreht sich aber nicht nur um euch und eure Persönlichkeit. Was ist eure Agenda in diesem Jahr?

Susen: Wir absolvieren ganz unterschiedliche Workshops: Themen wie Mitarbeiterentwicklung und -gewinnung, Teamentwicklung, Meetings. Außerdem führen wir als Gruppe ein einjähriges strategisches Projekt durch.
Ralf: Die Frage ist, was wir gemeinsam unternehmen können, um VI einen Schritt weiterzubringen.

Klingt erstmal interessant. Aber was lässt sich an Meetings besser gestalten – außer der Dauer?

Susen: Unser Alltag ist nun mal geprägt davon. Mancher denkt, dass er kaum noch zum Arbeiten kommt. Dabei erleben wir uns gerade dort im Miteinander. Mehr, als wenn wir mit Kopfhörer vor dem eigenen Rechner sitzen.
Diane: Unsere Erkenntnis ist, dass es wie in den Meetings auch im jeweiligen Projekt läuft. Deshalb geht es darum, Konflikte anzusprechen. Im besten Fall motiviert das und man entwickelt eine gemeinsame Power.

Kann man sagen, dass ihr euch im Leadership-Programm neu erfinden musstet?

Ralf: Das würde ich nicht so sehen – aber wir waren natürlich offen für Neues.
Susen: Es geht darum, dass wir genau hinschauen, um uns zu entwickeln. Es ist wie eine Reise.

Warum macht ihr das überhaupt, was sind eure Aussichten?

Susen: Ich werde bald eine neue Rolle einnehmen und als Creative Director die Kreation im B2B-Team führen. Das Leadership Programm hat dazu sicherlich die Türen geöffnet und mir geholfen, mich überhaupt für diese Rolle bereit zu fühlen. Das Format ist aber nicht automatisch mit dem Versprechen auf eine neue Position verbunden. 
Ralf: Im Development haben wir selbstorganisierte Teams und somit keine klassischen Teamleiter. Es ist ein ständiger Wechsel von Führen und Folgen. In den Projekten und im Team übernehme ich jeden Tag Verantwortung.
Diane: Ich sehe mich danach auch nicht als fertige Führungskraft. Unsere Kultur ist schließlich davon geprägt, dass wir nie auslernen.