Weiterentwicklung braucht Fantasie

Ein Gespräch mit Kirsten Heller, Leiterin Human Resources bei Virtual Identity, über selbstbestimmtes Lernen.

Nehmen wir an, ich hätte einen Abschluss aus Harvard, ein Online-Start-Up gegründet, es gewinnbringend weiterverkauft und spräche fließend Digital. Was bringt ihr mir noch bei?

Kirsten: Das liegt ganz an dir. Wir legen großen Wert auf Selbstbestimmtheit, auch beim Lernen. Warum sollten wir etwas fördern, das nicht von der Person selber kommt? Unser Ansatz ist eher, unsere Mitarbeiter zu befähigen.

Das Team spiegelt, was du bereits kannst, was weniger und welche Talente in dir stecken.

Und wie stellt ihr das an?

Kirsten: Du bist bei uns natürlich nicht auf dich allein gestellt, sondern umgeben von Menschen, die dir einen Anschubser geben – fachlich oder persönlich. Das Team spiegelt, was du bereits kannst, was weniger und welche Talente in dir stecken. In der täglichen Arbeit miteinander lernen wir letztlich am meisten.

Verstehe... im ominösen Training-on-the-job also?

Kirsten: Es geht weniger um Training, als um Entwicklung. Das ist eine Frage der Perspektive. Nur weil jemand eine Trainings-Veranstaltung besucht, heißt das nicht, dass auch automatisch eine Entwicklung stattfindet.

Inwiefern?

Kirsten: Natürlich benötige ich Impulse von außen. Entwicklung und Förderung findet aber zwischen Menschen und nicht in einem Training statt. Um eine Vision für mich und meine Karriere zu entwickeln, brauche ich zunächst ganz viel Fantasie. Die kommt bei der eigenen Weiterentwicklung oft zu kurz. Uns fehlt die Weitsicht für uns selbst. Vielleicht wechsle ich am Ende ja sogar das Gewerk.

In einer im komplexer werdenden Welt, braucht es Intuition

Und diese Fantasie entwickelt ihr in euren regelmäßigen Entwicklungsgesprächen?

Kirsten: Die Entwicklungsgespräche sind ein fester Bezugsrahmen für die Planung der Zwischenschritte und um die eigene Entwicklung nicht aus den Augen zu verlieren. Wir treten nochmal einen Schritt zurück, machen uns Träume und Ziele bewusst, besprechen den Ist-Zustand und entwickeln konkrete Maßnahmen.

Zu denen dann aber auch Weiterbildungsprogramme zählen?

Kirsten: Da haben wir intern unsere VI Academy, Hackathons, den VI Tag oder unser Leadership-Programm. Die stehen allen Mitarbeitern jederzeit offen. Und natürlich nutzen wir auch externe Angebote für Schulungen.

In der VI Academy bietet ihr ein Achtsamkeitstrainig an? Was versprecht Ihr Euch davon?

Kirsten: In Teamarbeit ist viel Einfühlungsvermögen und Selbstreflexion erforderlich. Über Achtsamkeitsübungen kann ich meine Wahrnehmung schärfen – für mein Umfeld und für mich selbst. In einer im komplexer werdenden Welt, braucht es auch Intuition. Achtsamkeit hilft mir, an meine Intuition, mein Bauchgefühl heranzukommen und mich nicht nur in den Kopf zurück zu ziehen.